News | Aargauische Gebäudeversicherung

20. Mai 2020

Geschäftsbericht 2019

Ein erfreuliches Geschäftsjahr 2019 – Hauseigentümer erhalten Prämienrabatt

Die AGV blickt auf ein sehr erfreuliches Jahr 2019 zurück. Davon profitierten die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, denn sie erhielten 35 Prozent Rabatt auf der Prämienrechnung für das Jahr 2020. So flossen CHF 28 Mio. an die Versicherten der AGV zurück. Ein unterdurchschnittliches Schadenjahr sowie eine unerwartet positive Entwicklung auf den Finanzmärkten führten zu einem sehr erfreulichen Ergebnis.

Das Jahr 2019 verlief im Bereich der Elementarschäden überdurchschnittlich ruhig. Insgesamt wurden der AGV 3'278 Elementarschäden mit einer Schadensumme von insgesamt CHF 5.43 Mio. gemeldet. Das sind halb so viele Schadenfälle wie alleine nach dem Wintersturm «Burglind» im Januar ein Jahr zuvor. Das grösste Elementarereignis 2019 verursachte das Sturmtief Bennet am 4. März. Es führte zu 1'077 Schäden mit einer Schadensumme von insgesamt CHF 1.87 Mio. Mit 857 Feuerschäden verzeichnete die AGV leicht weniger solcher Fälle als 2018 mit 923. Die Schadensumme jedoch fiel mit CHF 24.48 Mio. leicht höher aus als im Vorjahr (CHF 24.07 Mio.). Einige der Brände von 2019 werden dem einen oder anderen in Erinnerung bleiben. Am 3. September 2019 brannte ein Teil der Aarauer Altstadt und war für die AGV der grösste Brandfall 2019. 14 Gebäude waren betroffen, insgesamt betrug die Schadensumme CHF 3.2 Mio. Wobei die vier am stärksten betroffenen Gebäude zusammen eine Schadensumme von CHF 3.1 Mio. aufwiesen. Ein weiterer erinnerungswürdiger Brand fand am 17. Dezember in Holderbank statt, als eine Turnhalle und drei weitere Gebäude Opfer von Flammen wurden. Die Turnhalle steht unter kommunalem Schutz. Die Schadensumme für alle betroffenen Gebäude zusammen beträgt CHF 1.55 Mio. Und trotz alldem, insgesamt war die Schadenbelastung Feuer und Elementar im Jahr 2019 unterdurchschnittlich. Der unterdurchschnittliche Schadenverlauf 2019 und die sehr guten Entwicklungen an der Börse führten zu einem sehr erfreulichen Gewinn von CHF 101.3 Mio. in der Feuer- und Elementarschadenversicherung.

Bereits im August 2019 zeichnete sich ein gutes Jahresergebnis ab: Die Schadenbelastung war weit unter dem Durchschnitt und auf den Finanzmärkten sah die Entwicklung erfreulich aus. Dies veranlasste den Verwaltungsrat, den Kundinnen und Kunden der AGV auf der Prämie 2020 der obligatorischen Feuer- und Elementarschadenversicherung einen Rabatt von 35 Prozent zu gewähren. Die Versicherten erhielten dadurch insgesamt CHF 28 Mio. zurück.

Gemäss § 19 und § 44a Gebäudeversicherungsgesetz muss die AGV einen Teil ihres Gewinns an den Kanton abliefern. In der Feuer- und Elementarschadenversicherung, beträgt die Abgabe die Hälfte des Gewinns, begrenzt auf CHF 1 Mio. Bei der freiwilligen Gebäudewasserversicherung und den durch Dekret übertragenen Zusatzaufgaben beträgt die Gewinnablieferung 18 Prozent des konsolidierten Überschusses. Die Verluste des Vorjahres können in dieser Sparte in Abzug gebracht werden. Insgesamt betrug die Gewinnablieferung an den Kanton CHF 1.977 Mio.

Feuer- und Elementarschadenversicherung

231'795 Gebäude versicherte die AGV 2019 gegen Feuer- und Elementarschäden. Das sind 0.5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Versicherungswert stiegt um 2.2 Prozent auf CHF 220.02 Mrd.

Gebäudewasserversicherung

Die Zusatzversicherung Aqua Plus ist nach wie vor ein beliebtes Produkt. 67'110 Gebäude verfügen über diese sinnvolle Zusatzversicherung gegen Gebäudewasserschäden. Das sind 58 Prozent aller Gebäude, die bei der AGV gegen Wasserschäden versichert sind.

Verbesserte freiwillige Versicherung für zusätzliche Aufräumungskosten (ZAK)

Aufräumungskosten fallen nach einem Schadenfall an, wenn zum Beispiel Bauschutt entsorgt werden oder aufwendige Rückbauarbeiten durchgeführt werden müssen. Diese Kosten sind im Voraus schwer einzuschätzen.

In der Grunddeckung der obligatorischen Gebäudeversicherung sind Aufräumungskosten bis maximal 12 Prozent der Schadensumme versichert. Damit auch die übersteigenden Kosten versichert sind, bietet die AGV eine freiwillige Zusatzversicherung an. Per 1. Januar 2020 versichert die AGV die ZAK bis zum festgelegten Gebäudeversicherungswert. Der Prämiensatz beträgt 0.01 Promille des Gebäudeversicherungswerts.

28'000 Neuabschlüsse durfte die AGV bei der Zusatzversicherung verzeichnen. Rund 178'000 Gebäude im Kanton Aargau sind nun für zusätzliche Aufräumungskosten bei der AGV freiwillig versichert.

AGV – "Dreifacher Schutz"

Die AGV ist nicht nur eine Versicherung. Sie setzt sich auch für den Brandschutz und den Schutz vor Naturgefahren ein. Die Spezialisten der Elementarschadenprävention der AGV haben 2019 bei 892 Gebäuden, die in der Vergangenheit durch Sturm, Hagel oder Überschwemmung geschädigt waren, das Elementarschadenrisiko beurteilt. In 137 Fällen gewährte die AGV finanzielle Beiträge für Massnahmen des Objektschutzes, von insgesamt CHF 1.3 Mio.

Die AGV beteiligt sich gemäss §10a der Elementarfondsverordnung seit 2016 an den Kosten für Wasserbauprojekte, die den koordinierten Objektschutz in der Bauzone bezwecken. Die AGV übernimmt 5 Prozent der Investitionskosten. Seit 2016 hat die AGV bereits CHF 1.96 Mio. an solche Projekte ausgezahlt. 2019 wurden der Rechnung der AGV CHF 0.289 Mio. belastet.

Aargauer Feuerwehren setzen sich dafür ein, dass Schäden durch Feuer oder auch Hochwasser geringgehalten werden. Die AGV leistete 2019 Beiträge und Subventionen an die Gemeinden im Umfang von CHF 8.6 Mio. Die finanziellen Mittel werden hauptsächlich für Wasserversorgungs- und Hydrantenanlagen, Feuerwehrlokale und -einrichtungen, Motorfahrzeuge und Pauschalbeträge für Feuerwehren eingesetzt. Für die Ausbildung der Feuerwehren wendete die AGV im Jahr 2019 CHF 2.04 Mio. auf (2018: CHF 1.94 Mio.).

Laufende Gesetzesrevisionen

Im November 2019 verabschiedete der Aargauer Regierungsrat die Botschaft zu den Änderungen im Gebäudeversicherungsgesetz sowie im Feuerwehrgesetz und überwies diese an den Grossen Rat. Die erste Lesung im Grossen Rat fand am 12. Mai 2020 statt. Zentraler Punkt der Revision ist, neben der Pauschalsubventionierung, alternative Subventionen zu ermöglichen (zum Beispiel indirekte Subventionierung). Der Grosse Rat verabschiedete das Geschäft im Mai 2020 mit drei Enthaltungen. Bis zur zweiten Beratung braucht es aber noch weitere Abklärung zur zentralen Beschaffung.

Von Mitte Mai bis Ende August 2019 fand die Anhörung zu den geplanten Änderungen im Brandschutzgesetz statt. Zum einen soll das Kaminfegermonopol abgeschafft werden. Hauseigen-tümerinnen und Hauseigentümer sollen in Zukunft ihre Kaminfegerperson selber wählen können. Zum anderen sollen Brandschutzkontrollen nur noch bei einem erhöhten Gefahrenpotenzial durchgeführt werden. Der Grosse Rat wird sich im Verlaufe des Jahres 2020 zum ersten Mal mit diesem Geschäft befassen.

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Geschäftsbericht 2019 – erneut online

Mit dem Berichtsjahr 2018 startete die AGV in die digitale Welt der Geschäftsberichte. Auch das Geschäftsjahr 2019 ist digital aufbereitet und mit interaktiven Grafiken ausgestattet: geschaeftsbericht.agv-ag.ch.

 

Medienmitteilung vom 20. Mai 2020 (.pdf / 186.9 kB)